Förderung von Authentizität in Organisationen

Aus diesem und anderen Forschungsprojekten lassen sich vielseitige Maßnahmen ableiten, die authentisches Verhalten bei der Arbeit fördern können. Dies kann von Unternehmensseite, von den Führungskräften und den Mitarbeitenden selbst geschehen:


 

Was können Unternehmen tun?


Offene Fehlerkultur

Der Umgang mit Fehlern stellt einen wichtigen Ansatz dar, wenn es um die Förderung von authentischem Verhalten geht. Eine offene Fehlerkultur bedeutet dabei, dass Mitarbeitende keine Angst davor haben müssen, Fehler zuzugeben und dass anschließend mit Fehlern konstruktiv umgegangen wird. Herrscht eine solche „offene Fehlerkultur“ senkt das die Hemmschwelle, sich offen und authentisch zu verhalten, z.B. eigene Schwächen zuzugeben, kritische Meinungen zu äußern oder negative Verhaltensweisen anderer offen anzusprechen.

 

Personalauswahl

Ein zentraler Ansatzpunkt in der Personalauswahl ist zweifelsohne die fachliche Eignung eines Bewerbers. Folgt man den Erkenntnissen zu authentischem Verhalten, dann sollte auch die persönliche Passung eines Bewerbers eine Rolle spielen. Stimmt der Bewerber mit seinen persönlichen Werten mit der Vision des Unternehmens überein? Kann sie sich mit den Zielen der Organisation identifizieren? Mit einem Blick auf die Passung in der Personalauswahl vermeidet man nicht nur mögliche Konflikte für zukünftige Mitarbeiter, sondern hat auch die Chance die Bewerber auszuwählen, die das Unternehmen authentisch repräsentieren werden.

 

Verzichten Sie auf starre „Display Rules“

Display Rules beziehen sich auf explizite oder auch implizite Regeln, wie Mitarbeiter sich z.B. gegenüber Kunden zu verhalten haben. Ein fest vorgeschriebener Satz für einen Kassierer im Supermarkt nimmt ihm z.B. Freiraum für authentische Freundlichkeit.

 


Was können Führungskräfte tun?


Bedeutung vermitteln

Die wahrgenommene Bedeutung der Tätigkeit wurde als wichtiger Einflussfaktor identifiziert. Eine Führungskraft kann darauf Einfluss nehmen, in dem sie z.B. die Bedeutung übergeordneter Organisationsziele verdeutlicht, Vorgehensweisen bei Aufgaben erläutert und transparent macht und adäquate Rückmeldungen über Zielerreichungen und Erfolge gibt.

 

Vorbild sein

Führungskräfte haben die Chance, ein Vorbild für ihre Mitarbeitenden in Bezug zu Authentizität zu sein. Wenn Führungskräfte z.B. Fehler und Schwächen offen zugeben statt offensichtliche Fehler „unter den Tisch zu kehren“, öffnen sie damit Mitarbeitenden die Tür für einen offenen Umgang miteinander.

 

 

Was kann jeder Einzelne tun?


Erwartungen hinterfragen

Oft folgt man Rollenvorbildern und ahmt ihre Vorgehens- und Verhaltensweisen nach ohne sich in ihnen wohlzufühlen oder sich gefragt zu haben, ob man diese Rolle auf genau diese Weise ausfüllen muss. Meist ist mehr Spielraum in den eigenen Arbeitsrollen „man selbst zu sein“ als es auf den ersten Blick erscheint.

 

Investieren Sie in authentische Beziehungen

Ein authentisches Team fängt mit authentischen Beziehungen der Mitarbeiter untereinander an. Sie müssen nicht jedem alles sagen und immer alles äußern. Aber oft hilft schon ein Stück mehr Offenheit, um ein Teamklima zu schaffen, in dem die einzelnen Mitglieder das Gefühl haben, akzeptiert zu sein, kritische Punkte ansprechen zu dürfen oder auch mal „Luft ablassen“ zu dürfen.

 

Suchen Sie „ihren“ Job

In einem Job, der zu einem passt ist man mehr „man selbst“. Ein wichtiger Aspekt ist es dabei, darauf zu achten, ob die eigenen Fähigkeiten zu den Anforderungen des Jobs passen – für eher introvertierte Menschen ist ein Job als Verkäufer nicht geeignet, auch wenn sie Begeisterung für ein Produkt mitbringen. Außerdem sollten Ihre Werte und Einstellungen zu denen des Unternehmens passen, damit Sie sich nicht tagtäglich für Ziele einsetzen müssen, die Sie nicht vertreten können. Und nicht zuletzt spielt es eine Rolle, ob Ihr Job Ihnen die Möglichkeiten bietet, die Bedürfnisse, die Sie in einem Job haben zu erfüllen, z.B. die fachliche Weiterentwicklung.

 

 

Als Expertin für Authentizität und Arbeits- und Organisationspsychologin berate ich Sie und Ihre Organisation gern zu den angesprochenen Themen. Kontakt